Archiv für 29. Juli 2009

Warum haben Freiberufler so einfallslose Domainnamen?

Mindestens jeder zweite (verkammerte) Freiberufler, der eine eigene Webseite besitzt, nutzt dazu einen Domainnamen in der Form “Berufsbezeichnung + Nachname”. Neben dem rechtsanwalt-mueller, reihen sich steuerberater-huber, zahnarzt-meier, apotheker-hempel, architekt-hermann usw. als Schlüsselwörter in den einschlägigen Webverzeichnissen. Die einzige wesentliche Änderung, die sich langsam vollzieht, ist die Zunahme anderer Domainendungen als der Länderdomain “.de”.  Dies dürfte aber weniger mit dem Fantasiereichtum der Betroffenen als mit der Tatsache zu tun haben, dass die Nachnamen unter der “.de”-Endung allmählich vergriffen sind.

Wer aber sucht nach dem Architekten Steinmaier? Logischerweise nur jemand, der den Architekten Steinmaier schon kennt! Neue Mandanten/Klienten/ Kunden kann man damit aber kaum gewinnen.

Dabei wäre es ausreichend, wenn sich jeder Freiberufler ganz einfach selbst Fragen würde, wie er einen anderen Freiberufler im Internet suchen würde, also z.B. der Arzt den Rechtsanwalt. Der häufigste Weg dürfte doch wohl über eine Suchmaschine führen, wobei Deutschland in der (un-) glücklichen Lage ist, ohnehin nur eine Suchmaschine von Bedeutung zu haben.

Dass die Berufsbezeichnung das wichtigste Schlüsselwort darstellt, dürfte unbestritten sein. Danach dürfte wohl – zumindest wenn es sich um größere Städte handelt – die Ortsbezeichnung das zweitwichtigste Kriterium sein. Dies bestätigt auch Google’s Keyword-Tool, das für die Suchkombination aus Berufsbezeichnung und Ortsnamen monatlich Hunderttausende von Suchanfragen (schätzungsweise) ermittelt. 

Ist der persönliche Kontakt weniger wichtig, so kann anstelle des Ortsnamens und/oder der Berufsbezeichnung auch eine Spezialisierung oder sonstige wichtige Eigenschaft (z. B. das Geschlecht) stehen.

So sind z.B. (Fach-) Anwalts-/Arzt- und sonstige Bezeichnungen durchaus als werbewirksam anzusehen. Selbst reine Gattungsbegriffe wie “gesellschaftsrecht”, “internationales steuerrecht”, “schönheitsoperationen” o.ä. sind als Domainnamen für Freiberufler als Marketinginstrument geeignet.

Hier und da liefert ein veraltetes Berufsrecht, wie z.B. bei “notar+orsbezeichnung” oder generischen Begriffen bei Ärzten noch Anlass zu rechtlichen Querelen, doch dürfte sich auch hier eine marktwirtschaftliche Position durchsetzen, wie sie aus dem angloamerikanischen Recht bekannt ist.

Und nun zurück zur Eingangsfrage: Warum reagieren Freiberufler so zögernd auf die die neuen Chancen im Online-Marketing? Tatsache ist längst, dass monatlich Hunderttausende von Aufträgen online vergeben werden. An rechtsanwalt-mueller.de geht dieses Mandantenpotential freilich fast vollkommen unbemerkt vorüber. Es sei denn, die Webseite wurde auf andere werbewirksame Schlüsselwörter optimiert. Dies kann man aber mit dem richtigen Domainnamen wesentlich einfacher und billiger haben.

Ich persönlich kann mir diese Trägheit der Freiberufler nur damit erklären, dass durch das Werbeverbot bis in die jüngste Vergangenheit noch kein entsprechendes Gefühl für Marketingthemen, insbesondere das Online-Marketing, entstanden ist. Haben Sie eine andere Erklärung?

Wirkt sich die Finanzkrise auf die Domainpreise aus? (1)

Liest man die Veröffentlichungen des größten Domainvermittlers SEDO, könnte man meinen, außer einer kleinen Delle im 2. Habljahr 2008 es habe sich auf dem Domainmarkt nicht viel geändert.

Aus der Domainstudie zum 1. Quartal 2009 ergibt sich bereits wieder ein Anstieg der Verkäufe gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,5 %. Diese Zahlen spiegeln allerdinsg nur die Anzahl der Verkäufe wider, nicht das Preisniveau

Bei den erzielten Durchschnittspreisen ist der Trend dagegen recht eindeutig: Mit Ausnahme der Domainverkäufe der gTLD .com, verzeichnen die anderen Domainendungen z.T. erhebliche Einbußen bei den Durchschnittspreisen. Insbesondere bei den Länderdomains sind die Preise für .co.uk um 50 % und .de um 23 % gegenüber dem Vorjahresquartal eingesackt. Bei den Medianwerten ergibt sich ein etwas geringerer Preisverfall.

Stellt man dieser Statistik die “gefühlten” Zahlen aus der persönlichen Erfahrung gegenüber, so ergibt sich m.E. noch ein stärkerer Fall der Domainpreise. In Domainerforen wird deutlich weniger verkauft;  allenthalben wird gejammert.

Doch hat jede Medaille ihre zwei Seiten. Die Zeit ist für Domainkäufe entsprechend günstiger geworden. So konnte ich in den letzten Wochen nicht umhin, bei einer SEDO-Auktion “zuzuschlagen”. Für eine dreistelligen €-Betrag wurde ich der neue Inhaber von “ausstellung.org”. Für ein Domain-Key mit monatlich (geschätzten) 8.100 Suchanfragen und 4.250.000 Treffern bei GOOGLE – jeweils exakt – nicht schlecht, denke ich. Und ein Domainalter von 10 Jahren ist auch nicht zu verachten. Da die Domain für gewerbliche (Messen) und künstlerische Ausstellungen gleichermaßen geeignet ist, fehlt mir nur noch ein geeigneter Projektierer, der meine Ideen umsetzen möchte.

Oder sind solche im Moment allzu sehr gesucht, da jeder sein “Schnäppchen”, das er “dank” der Finanzkrise erwerben konnte, auch projektieren möchte!?

Workshop “Bloggen für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer”

SEMINARANKÜNDIGUNG

Seminartermine
München, 9. Oktober 2009

(Anmeldeschluss: 2. Oktober 2009)
München, 15. Januar 2010
(Anmeldeschluss: 8. Januar 2010)

Rahmendaten
Öffentliches Seminar, 4 bis 8 Teilnehmer
Ort: München
Dauer: 1 Tag, 9:30 bis 16:45 Uhr
Dozenten: Karl-Heinz Wenzlaff (Blog-Coach, Berlin) und Reinhold Kuffer (Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, München)
Methodik: Trainer-Input, viele Online-Übungen, Erfahrungsaustausch

Einzelheiten zum Workshop und zur Anmeldung finden Sie beim Blogtrainer.

Kostenlose Domainbewertung

Fast jeder, der auch nur im Entferntesten mit Domains zu tun hatte, kennt sie: Die kostenlosen Domainbewerter. Zunächst gab es die kostenlose Online-Bewertung. Später kamen mehr und mehr Domainbewertungen mit Ergebnissübermittlung per E-Mail dazu. Lassen wir letztere E-Mail-Sammler beiseite – erst neulich wurde ein solcher zu einem lächerlichen Preis verkauft – und testen die kostenlose Online-Bewertung ganz einfach und kurz einmal an einem Beispiel aus der erlebten Praxis. Dazu nehme ich eine Domain, an deren An- und Verkauf ich in den letzten Monaten – zumindest indirekt – beteiligt war.

Die Domain “flüsse.net” wurde im März 2009 für 24 € über E*bay erworben. Dumm, dass der Verkäufer damals für die Domain nicht die “intelligente Domainbewertung” von A.  zu Rate gezogen hat.  Dort hätte er kostenlos einen Domainwert zwischen 7.989 (Stand 14.5.2008) und 5.995 € (Stand 7.7.2009) erhalten können. Nebenbei hätte er noch erfahren, dass der Umlaut im Domainnamen und die Tatsache, dass derselbe Anbieter früher schon einen höheren Wert ermittelt hatte, negativ zu bewerten seien, während die Tatsache, dass derselbe Anbieter früher schon zwei Bewertungsanfragen zu der Domain beantwortet hatte, ein Pluspunkt sei.

Aber sei’s drum! Der Käufer veräußerte die Domain schon drei Monate später – trotz fallendem Trend bei A. – für 200 € (Wertanstieg gute 700 %) weiter.

Fazit: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und eine Online-Bewertung noch keinen repräsentativen Test. Leider haben Dutzende andere Tests aber auch keine wesentlich besseren Resultate hervorgebracht, so dass meine Bewertung für Online-Domainbewertungen lautet: Kostenlos – und umsonst!

Fachliteratur zur Domainbewertung

Obwohl die Anzahl der Domaintransfers – selbst in der jetzigen Krisenzeit – ständig zunimmt und sich bei jedem dieser Vorgänge die Frage des Domainwerts stellt, gibt es relative wenig – deutschsprachige – Fachliteratur dazu.

Das umfangreichste – im Internet frei zugängliche – Werk dazu ist die Bachelor-Arbeit Nico Zeifang “Ansätze zur Bewertung von Internet Domains“. Darin wird grob gesehen zwischen der Bewertung von “Traffic-Domains” und “Prestige-Domains” unterschieden. Für erstere wird dabei ein Ertragswertverfahren (Discounted-Cash-Flow-Methode), für letztere ein Vergleichswertverfahren (Unmittelbares Vergleichwertverfahren) empfohlen. Dazu werden die jeweiligen Probleme der Gewinnung der relevanten Daten und anderen Determinanten ausführlich dargestellt. 

Der zweite Beitrag dazu stammt aus der Feder des österreichischen Rechtsanwalts Dr. Clemens Thiele und wurde in der Österreichischen Steuerzeitung unter dem Titel “What’s in a Domain-Name – Die Bewertung von Internet Domains” veröffentlicht. Dieser Artikel stellt zwar mehr auf die bilanzielle Domainbewertung ab, er holt aber auch in der Betriebswirtschaft weiter aus und stellt drei Grundtypen der Bewertung dar: Das (kostenorientierte) Substanzwertverfahren, das Ertragswertverfahren und die Marktwert-Methode. Darüber hinaus zählt er weitere Determinanten für die Wertbestimmung einer Domain auf, wie den Domain-Level , die Länge des Domainnamens, seine Tippfehleranfälligkeit, die linguistische und phonologische Eignung, die kommerzielle Nutzbarkeit sowie die rechtliche Angreifbarkeit auf.

Beiden Autoren ist für die Pionierarbeit auf dem Gebiete der Domainbewertung Anerkennung zu zollen. Persönlich hätte ich noch gerne Hinweise zum dem betriebswirtschaftlichen Primat des Ertragswertverfahrens gesehen, da die anderen Bewertungsverfahren m.E. nur Hilfsverfahren darstellen, die angesichts der schwierigen Datengewinnung für das Ertragswertverfahren in der Praxis angewendet werden.

 

SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de