Wirkt sich die Finanzkrise auf die Domainpreise aus? (2)

Wie bereits im ersten Artikel zur Finanzkrise vermutet und als “gefühlte Daten” bezeichnet, bestätigt die SEDO-Domainmarktstudie zum 2. Quartal 2009  tendenziell das bisherige “Gefühl”, dass die Finanzkrise auch tiefe Spuren im Domain-Business hinterlassen hat. 
Auch wenn die Interpretation der Daten durch SEDO anders ausfällt und sogar von einem “Aufschwung im Domainhandel trotz Wirtschaftskrise” die Rede ist, geben m.E. die Zahlen dafür wenig her. Im Gegenteil – die Medianwerte der durchschnittlichen Verkaufspreise, die statistisch am aussagekräftigsten sind, da “Ausreisser” dadurch eliminiert werden, sind für die meisten Domainendungen deutlich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresquartal gefallen. Insbesondere der signifikante Rückgang der Verkaufspreise von “.com-Domains” um 32 % gegenüber dem vorigen Quartal  ist m.E. Besorgnis erregend. Dagegen ist die Zunahme der Domainverkäufe um 1 % m.E. weitgehend nichtssagend. Die Zahlen von Gesellschaften, die Online-Marketing mit Domains betreiben, wie  z.B. der Geschäftsbericht der AdLINK Group für das 1. Halbjahr 2009, deuten ebenfalls auf fallende Domainpreise hin.
Schließlich bestätigen einfache betriebswirtschaftliche Überlegungen den Trend: Der Verfall der Erträge aus dem Domainparking in letzten Jahr dürfte unbestritten sein. Schätzt man anhand der Ertragswertmethode die aktuellen Domainpreise, so dürften die Parking (und Werbeerträge) zumindest als Preisuntergrenze von Bedeutung sein. Diese Preisuntergrenze ist aber eindeutig gefallen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein neuerer Beitrag – und der zugehörige Thread natürlich -  im Consultdomain-Forum, in dem der Autor die Preise der Mehrfachverkäufe derselben Domain über SEDO seit Ende 2006 untersucht hat. Dabei ergibt sich für die meisten der mehrfach verkauften Domains (insgesamt 1.456) ein erheblicher Verluste in Höhe von rd. 55.000 € (nach Abzug der SEDO-Gebühren sogar rd. 248.000 € ). Der Trend geht danach also deutlich abwärts. Auch wenn die statistische Basis für eine signifikante Aussage nicht ausreichend ist und in gewisser Weise nur ein spezieller Markt angesprochen wird, zeigen die Zahlen m.E. zumindest für ein bestimmtes Segment einen klaren Trend, der durch andere Segmente, die anhand von veröffentlichten Daten nicht nachprüfbar sind, schwerlich zu kompensieren sein wird.

Für mich ist es eher erstaunlich, dass die Aktienmärkte schon längst wieder Fahrt aufgenommen haben, während der Domainmarkt weiterhin talwärts blickt. Oder wartet der Domainmarkt noch, bis auch eine zweite Abwärtswelle auf dem Aktienmarkt vorüber ist?

 
 

 

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